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Ratgeber

Der 30-Tage-Tiefstpreis: was hinter dem Streichpreis steckt

„Statt 159 € — jetzt 88 €“. Die durchgestrichene Zahl ist der Teil der Anzeige, der die Kaufentscheidung trägt, und lange durfte fast jede Zahl dort stehen. Seit Mai 2022 gilt eine Regel, die das ändert — und wer sie kennt, erkennt in zehn Sekunden, ob ein Rabatt einer ist.

Was die Regel verlangt

Wenn ein Händler mit einer Preisermäßigung wirbt, muss er nach § 11 der Preisangabenverordnung den niedrigsten Gesamtpreis angeben, den er selbst in den letzten 30 Tagen verlangt hat. Nicht die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers, nicht den Preis von vorletzter Woche, nicht den Preis eines anderen Anbieters: den eigenen Tiefstwert des letzten Monats.

Die Vorschrift geht auf eine europäische Richtlinie zurück und gilt in Deutschland seit dem 28. Mai 2022. Sie hat einen einfachen Zweck: Vorher konnte ein Händler den Preis für zwei Tage anheben und danach mit einem Rabatt werben, der nie einer war. Genau das schließt die 30-Tage-Frist aus.

Der Europäische Gerichtshof hat 2024 nachgeschärft: Wird ein Rabatt in Prozent angegeben, muss sich diese Prozentzahl auf den 30-Tage-Tiefstpreis beziehen — es genügt nicht, den Tiefstpreis irgendwo kleingedruckt danebenzuschreiben und die Prozente von einem höheren Wert zu rechnen.

Woran man einen ehrlichen Streichpreis erkennt

Ein Streichpreis ist nur dann eine Aussage über ein Schnäppchen, wenn dabeisteht, was die Zahl bedeutet. Drei Fälle kommen vor, und sie sind unterschiedlich viel wert:

Wo die Regel nicht greift

Die 30-Tage-Regel bindet den Händler, der das Produkt verkauft. Sie gilt nicht für Seiten wie diese hier, die fremde Angebote darstellen — wir verkaufen nichts und haben keine eigene Preishistorie, die wir angeben könnten. Was wir tun können, ist die Quelle zu nennen: Bei jedem Deal steht, worauf sich der Vergleichspreis bezieht und wann wir ihn gesehen haben.

Ausgenommen sind außerdem schnell verderbliche Waren, individuell zugeschnittene Rabatte — etwa ein persönlicher Gutschein — und Produkte, die noch keine 30 Tage im Sortiment sind. Und ein wichtiger Punkt für den Alltag: Der Tiefstpreis gilt je Händler. Dass ein Shop seinen eigenen Tiefstwert unterbietet, heißt nicht, dass es das Produkt nicht anderswo längst günstiger gibt.

Wie man es selbst prüft

Zwei Minuten reichen. Erstens: Steht überhaupt dabei, was der Streichpreis ist? Fehlt die Angabe, behandeln Sie die Zahl als Dekoration. Zweitens: Rechnen Sie die Prozentzahl nach — sie sollte sich aus Streichpreis und aktuellem Preis ergeben. Drittens: Vergleichen Sie den Endpreis inklusive Versand mit zwei anderen Shops. Wenn der „Rabatt“ dort der Normalpreis ist, war es keiner.

Genau diese Prüfung nehmen wir jedem Deal auf dieser Seite ab. Steht bei einem Angebot kein belegbarer Vergleichspreis zur Verfügung, zeigen wir gar keinen — lieber keine Zahl als eine, für die niemand geradesteht.

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Wie wir aus diesen Angaben eine Ampel machen, und was sonst noch in den Preis gehört.