Warum RAM und SSDs in Wellen teurer werden
Ratgeber
Prozessoren werden über die Jahre langsam billiger. Speicher nicht. Der Preis für Arbeitsspeicher und SSDs kann sich innerhalb eines Jahres verdoppeln und im Jahr darauf halbieren — und das liegt fast nie daran, dass plötzlich mehr Leute Speicher kaufen wollten.
Der Grund ist die Fabrik, nicht der Kunde
Speicherchips werden von einer Handvoll Unternehmen hergestellt. Bei Arbeitsspeicher sind das im Wesentlichen drei, bei Flash-Speicher etwa doppelt so viele. Eine neue Fabrik kostet einen zweistelligen Milliardenbetrag und braucht Jahre, bis sie liefert.
Daraus folgt ein Muster, das sich seit Jahrzehnten wiederholt: Sind die Preise hoch, bauen alle Hersteller gleichzeitig Kapazität auf. Die kommt Jahre später gleichzeitig auf den Markt, das Angebot übersteigt die Nachfrage, die Preise fallen unter die Herstellungskosten. Dann wird gleichzeitig gedrosselt — und der nächste Anstieg beginnt.
Die Nachfrage schwankt dabei ruhiger als das Angebot. Das ist der entscheidende Punkt: Der Preis folgt nicht dem Bedarf, sondern dem Investitionszyklus der Hersteller.
Was das für den Kauf bedeutet
- Ein hoher Speicherpreis ist kein Grund zu warten, ein niedriger keiner zu eilen. Die Zyklen dauern Quartale bis Jahre, nicht Wochen.
- Fertiggeräte reagieren später. Ein Notebook, das heute im Regal steht, wurde mit Speicher gebaut, der vor Monaten eingekauft wurde. Steigende Chippreise erreichen den Ladenpreis mit Verzögerung — und fallende ebenso.
- Aufrüsten schlägt Neukaufen, wenn Speicher gerade billig ist. Umgekehrt lohnt in einer teuren Phase eher das Gerät, dessen Speicher schon zum alten Preis eingekauft wurde.
Woran man den Punkt im Zyklus erkennt: Meldungen über Produktionskürzungen und geschlossene Fertigungslinien stehen am Anfang einer teuren Phase. Meldungen über neue Werke und Rekordkapazitäten stehen am Anfang einer billigen.
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