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Drei Fragen, bevor man beim Angebot zugreift

Ratgeber

Ein durchgestrichener Preis sagt nichts darüber, ob der neue Preis gut ist. Er sagt nur, dass jemand eine höhere Zahl daneben schreiben durfte. Diese drei Prüfungen dauern zusammen zwei Minuten und verhindern die meisten Fehlkäufe.

1. Was hat es in den letzten Monaten gekostet?

Die einzige Zahl, die einen Preis einordnet, ist sein eigener Verlauf. Lag der Preis in den letzten drei Monaten regelmäßig auf demselben Niveau, ist das Angebot der Normalfall mit einem Aufkleber. Liegt er deutlich darunter, ist es eins.

Vorsicht bei der umgekehrten Richtung: Ein Preis, der weit über dem Schnitt der letzten Monate liegt, ist meist ein Ausschlag — etwa weil die Ware gerade knapp ist. Wer dann kauft, zahlt den Aufschlag mit.

2. Was kostet es am Ende wirklich?

Zum Preis gehören Versandkosten, mögliche Zollgebühren bei Lieferungen von außerhalb der EU und die Frage, ob eine Rücksendung etwas kostet. Ein Angebot, das 15 Euro billiger ist und 9 Euro Versand kostet, ist ein Angebot über 6 Euro.

3. Wer verkauft, und mit welcher Garantie?

Auffällig billige Elektronik hat oft einen Grund, der im Kleingedruckten steht:

Die kürzeste Regel: Wenn ein Preis deutlich aus der Reihe fällt und man den Grund nicht findet, hat man ihn noch nicht gefunden — nicht, dass es keinen gibt.

4. Wer haftet, wenn etwas schiefgeht?

Bei einem Kauf im Onlinehandel gelten zwei Rechte, die unabhängig von jeder Werbeaussage bestehen: Sie können den Vertrag binnen 14 Tagen ohne Begründung widerrufen, und Sie haben zwei Jahre Gewährleistung für Mängel, die bei der Übergabe schon vorhanden waren. Beides schuldet Ihnen der Verkäufer — nicht der Hersteller.

Genau deshalb lohnt der Blick, wer eigentlich verkauft. Auf großen Marktplätzen steht neben dem Angebot oft ein fremder Händlername; die Plattform vermittelt dann nur. Sitzt dieser Händler außerhalb der EU, ist Ihr Widerruf theoretisch dasselbe wert und praktisch viel schwerer durchzusetzen. Ein Preis, der 15 Prozent unter dem des bekannten Shops liegt, kann diesen Unterschied selten aufwiegen.

5. Ist der Zeitpunkt der richtige?

Manche Preisbewegungen sind vorhersehbar. Gartenmöbel werden zum Saisonende günstiger, Konsolenspiele einige Monate nach Erscheinen, Vorjahresmodelle bei Schuhen mit dem Nachfolger. Andere sind es nicht: Speicherpreise folgen den Fertigungszyklen der Hersteller und können ein Jahr lang steigen, ohne dass am Produkt sich etwas ändert — dazu der Ratgeber Warum RAM und SSDs in Wellen teurer werden.

Die ehrlichste Frage bleibt aber die einfachste: Hätten Sie das Produkt auch zum Normalpreis gekauft? Wenn nicht, ist ein Rabatt kein Grund, sondern nur ein Anlass. Gespartes Geld ist nur dann gespart, wenn man es sonst ausgegeben hätte.

Diese Fragen stellen wir für dich

Bei jedem Deal auf dieser Seite steht, was er wirklich kostet, worauf sich der Vergleichspreis bezieht und wo der Haken liegt.